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Kirchenchor

Der Kirchenchor der Michaelsgemeinde erlebte in den einhundert Jahren seit der Gründung der Kirchengemeinde eine wechselvolle Geschichte.

Der Vorläufer des heutigen Kirchenchores der Michaelsgemeinde entstand in den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg. Mit dem Anbrechen der Zeit des Nationalsozialismus wurde ihm nach und nach die Lebensgrundlage entzogen. Jedoch schon bald nach dem Zweiten Weltkrieg entstand der Kirchenchor neu. Seine Aktivitäten und kirchenmusikalischen Leistungen sprachen sich herum, so dass der Chor nicht nur in Gottesdiensten der Michaelsgemeinde mitwirkte, sondern auch von benachbarten Kirchengemeinden immer wieder zur Mitwirkung eingeladen wurde. Allerdings versäumten es die Chormitglieder, jüngere und junge Menschen durch ein zeitgemäßes Repertoire und eine entsprechende Arbeitsweise für das Singen im Kirchenchor zu gewinnen. Die Folge war eine wachsende Überalterung mit der Folge, dass der Chor nach und nach seine Arbeit einstellte.

Unter der Leitung des seit 1968 an der Michaelskirche wirkenden Organisten Helmut Kuhnt gründeten im Jahre 1975 einige junge Kostheimer und Gustavsburger Familien einen neuen Kirchenchor. Seine Mitglieder sahen es als ihre Aufgabe an, aktiv an der Gestaltung von Gottesdiensten mitzuwirken. Das Repertoire wurde um Motetten und Kantaten aus allen Epochen der Kirchenmusikgeschichte erweitert. Es entwickelte sich ein großer, leistungsfähiger Kirchenchor, der bis zu vierzig Sängerinnen und Sänger umfasste. Beispielhaft für seine Anerkennung sei angeführt, dass die Pfarrkonferenzen des Dekanates Rüsselsheim in der Adventszeit immer in der Michaelskirche stattfanden, wobei die Sänger/-innen des Chores sowie Instrumentalisten mit Freude und Können diese Gottesdienste durch einen kirchenmusikalischen Schwerpunkt zu einem besonderen Erlebnis werden ließen. Das langjährige Wirken des Kirchenchores wurde durch den persönliche Zwist eines früheren Pfarrers mit seinem Kirchenmusiker beendet.

Unter der Kantorin Martina Willnow wurde der Kirchenchor im Jahr 1996 wiederbelebt. Im Jahr 2005 setzt sich der Chor aus einer langsam, aber wieder stetig anwachsenden Sängerschar von 18 Mitgliedern verschiedener Konfessionen im Alter zwischen 14 und 83 Jahren zusammen. Auch im Kirchenchor lebt die Michaelsgemeinde damit den Gedanken der Ökumene.

Die Chorproben finden regelmäßig montags, von 19.30 bis 21.00 Uhr, statt. Mehrmals im Jahr tritt der Chor in Gottesdiensten der Michaelsgemeinde sowie benachbarter Kirchengemeinden auf, als auch zweimal im Jahr im EVIM-Heim, einem Altenwohn- und pflegeheim. Regelmäßig wirkt der Chor beim jährlichen Gemeindefest mit.

Das Repertoire des Kirchenchores umfasst sowohl geistliche als auch weltliche Werke

  • aus der Renaissance, z. B. eine "Pavane " von Toinot Arbeau (um 1589)
  • aus der Zeit des Barock, z. B. "Ein feste Burg ist unser Gott " von Georg. Phillip Telemann (1681-1767)
  • aus der Zeit der Romantik, z. B. "Wirf dein Anliegen auf den Herrn " von F. Mendelssohn-Bartholdy (1809-1847)
  • und aus der Moderne, z. B. "Notre Père " von Maurice Duruflé (1902-1986)

    Darüber hinaus werden Gospels (z. B. "Somebody‘s knocking at your door ") sowie Stücke aus dem Pop-Bereich (z. B. "Morning has broken " von Cat Stevens) gesungen

Nicht nur das gemeinsame Singen bringt die Mitglieder des Chores zusammen, auch gemeinschaftliche Aktivitäten lassen aus dem Kirchenchor eine überkonfessionelle Gemeinschaft werden, die kommunikativ, diskussionsfreudig und für Neues stets aufgeschlossen ist.

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